Die meisten Fahrradstürze sehen nicht so aus, wie man es sich vorstellt. Man fällt nicht mit dem Kopf voran gegen ein festes Hindernis, wie in einem Film. In der Realität rutscht man über eine Wurzel, kippt in einer engen Kurve zur Seite oder geht nach einer Notbremsung auf nassem Asphalt nach vorn. In diesen Situationen ist der Aufprall auf den Schädel schräg, selten senkrecht. Genau dort kann der Unterschied zwischen zwei zertifizierten Helmen etwas ausmachen.
Alle in Frankreich verkauften Helme müssen der Norm CE EN 1078 entsprechen und zertifiziert sein. Diese Zertifizierung ist jedoch eine Untergrenze, kein Höchstmaß. Sie garantiert einen Mindestschutz, ohne zwischen einem Modell für 35 € und einem Modell für 170 € zu unterscheiden. Zu verstehen, was diesen Unterschied rechtfertigt, was je nach Fahrweise zählt und was man vernünftigerweise außen vor lassen kann: Darum geht es in diesem Leitfaden.
Die Norm CE EN 1078: der Ausgangspunkt, nicht das Ziel
Wenn Sie einen Fahrradhelm auswählen, prüfen Sie zunächst, ob er die CE-Kennzeichnung trägt und der Norm EN 1078 entspricht.
Diese Norm definiert europäische Anforderungen, insbesondere zur Stoßabsorption, zum Rückhaltesystem, zur Festigkeit des Kinnriemens und zur Konstruktion des Helms. Sie ist daher ein wichtiger Anhaltspunkt, um sicherzustellen, dass das Modell die geltenden regulatorischen Anforderungen erfüllt.
Die Norm EN 1078 ist jedoch keine Rangliste für Helme. Zwei konforme Modelle können sich durch ihre Form, ihr Abdeckungsniveau, ihre Passform, ihr Gewicht, ihre Belüftung oder auch ihren Komfort unterscheiden.
Je nach Modell können auch bestimmte zusätzliche Technologien oder Merkmale angeboten werden. Sie ersetzen keine gute Passform: Ein Helm muss vor allem zu Ihrer Fahrweise und Ihrer Kopfform passen und korrekt auf dem Kopf sitzen.
Alle Helme der Cairn-Kollektion tragen die CE-Kennzeichnung und entsprechen der Norm EN 1078. Die Wahl des Modells hängt anschließend von Ihrer Nutzung und Ihren Prioritäten ab.
in-mold-Konstruktion oder ABS: erst verstehen, dann entscheiden
Die Außenschale eines Helms ist nicht nur dekorativ. Ihre Konstruktion beeinflusst insbesondere das Gewicht, die Robustheit und die Art und Weise, wie die Schale den stoßabsorbierenden Schaum schützt.
Die in-mold-Konstruktion besteht darin, eine dünne Polycarbonat-Schale und einen stoßabsorbierenden EPS-Schaum (expandiertes Polystyrol) zusammen zu formen. Beide Elemente bilden so eine einzige Struktur. Das Ergebnis ist in der Regel ein leichterer Helm, dessen Aufbau die Integration zahlreicher Belüftungsöffnungen erleichtert.
Diese Bauweise ist bei Rennrad-, XC- und Trail-MTB-Helmen sehr verbreitet, wo geringes Gewicht und Belüftung bei langen oder intensiven Ausfahrten besonders geschätzt werden.
Die ABS-Konstruktion basiert auf einer dickeren und steiferen Außenschale, die mit dem stoßabsorbierenden Schaum verbunden ist. Der Helm ist in der Regel etwas schwerer, doch seine Schale bietet eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb, wiederholte Handhabung sowie kleine Stöße beim Transport oder Verstauen.
Für Rennrad, XC oder Trail-MTB wird der in-mold oft wegen seines geringen Gewichts und seiner Belüftung bevorzugt. Für den täglichen Einsatz in der Stadt oder wenn die äußere Robustheit im Vordergrund steht, kann der ABS eine passende Wahl sein.
Bei Cairn hängt die Wahl der Konstruktion von den Eigenschaften ab, die für jedes Modell und jede Disziplin gesucht werden.
Belüftung: wenn die Luftzirkulation zu einem Leistungsmerkmal wird
Bei einer kurzen Fahrt in der Stadt ist die Belüftung eines Helms eine Frage des Komforts. Bei einem vierzigminütigen Anstieg mit dem MTB oder bei 30°C auf der Straße ist sie ein echtes Leistungsmerkmal.
Die Anzahl der Öffnungen reicht nicht aus, um die Wirksamkeit eines Belüftungssystems zu beurteilen. Entscheidend ist die Luftzirkulation im Inneren des Helms, direkt am Kopf. Das Aero Flow-System, das Cairn bei mehreren Modellen seiner Kollektion integriert, basiert auf Kanälen im Innen-Schaum, die die Luft natürlich von vorne nach hinten abführen. In der Praxis macht das beim Bergauffahren oder bei niedriger Geschwindigkeit den Unterschied, wenn die Fahrgeschwindigkeit nicht mehr ausreicht, um einen natürlichen Belüftungseffekt zu erzeugen.
Im Gegensatz dazu schließen urbane oder City-Helme bewusst bestimmte Öffnungen, um die strukturelle Festigkeit zu erhöhen oder LED-Elemente zu integrieren. Das ist ein bewusster Kompromiss, kein Konstruktionsmangel. Der Lava und der Magma aus der Kollektion Cairn MTB-Helme zeigen gut, was aktive Belüftung bei langen Ausfahrten leisten kann.
MIPS® und Rotationsschutz: sinnvoll oder Marketingargument?
Das ist die Frage, die sich viele Radfahrer stellen, bevor sie einen Aufpreis von 20 bis 30 € akzeptieren. Die Antwort liegt in der realen Natur von Fahrradunfällen.
Die Wirksamkeit eines Helms bei einem Aufprall mit dem Fahrrad ist eine Tatsache, die nicht mehr bewiesen werden muss. Um noch weiterzugehen, haben Cairn und MIPS® gemeinsam einen noch sichereren Helm für Ihren Kopf entwickelt. Unfallstatistiken zeigen, dass Stürze und Aufpralle meist einen Winkelaufprall (unter 90°) auf den Kopf verursachen. Diese sogenannten „rotationalen“ Aufprälle können schwere Verletzungen im Gehirn verursachen. Das MIPS®-System (Multi-directional Impact Protection System) ist darauf ausgelegt, diese Rotationskraft zu absorbieren, um ihre Auswirkungen auf das Gehirn zu reduzieren.
Konkret fügt MIPS® dem Inneren des Helms eine Reibungsschicht mit geringer Reibung hinzu. Bei einem Winkelaufprall kann sich diese Schicht leicht relativ zur Schale bewegen und so die auf den Kopf übertragene Rotationskraft verringern.
Beim Trail- und Enduro-MTB, wo die Geschwindigkeiten hoch sind, das Gelände uneben ist und Stürze häufig vorkommen, bietet MIPS® einen messbaren Schutz. Auf der Straße oder auf Gravel gilt die gleiche Logik, sobald Sie regelmäßig und schnell fahren. Im täglichen städtischen Einsatz bei moderatem Tempo ist die Abwägung stärker individuell.
Bei Cairn ist die MIPS®-Technologie beim Edge MIPS® und das Atom MIPS® auf der Straße. Das sind die Modelle, die vorrangig in Betracht gezogen werden sollten, wenn das Gelände technisch ist oder das Tempo hoch ist.
Auswahl nach Einsatzbereich: MTB, Straße, urban, Kind
Die Kriterien ändern sich nicht nur je nach Budget, sie ändern sich auch je nachdem, wie Sie fahren.
Trail- und Enduro-MTB. Die Abdeckung des Hinterkopfs, der Halt und die Belüftung gehören zu den vorrangigen Kriterien. Ein in-mold-Helm mit dem Aero Flow-System und der MIPS-Technologie® erfüllt das Wesentliche. Der Edge MIPS® integriert außerdem Occipital Protect Zone, eine strukturelle Verstärkung des besonders bei einem Sturz nach hinten exponierten Hinterkopfbereichs. Das Rift MIPS® und das Magma decken die MTB-Trail- und Cross-Country-Einsätze ab. Für reines Cross-Country ist das Lava eine passende Option für Radfahrer, die einen zugänglicheren und leichteren Helm suchen.
Straße und Gravel. Geringes Gewicht, Belüftung und lang anhaltender Komfort stehen im Mittelpunkt. Bei langen oder intensiven Ausfahrten trägt eine gute Luftzirkulation dazu bei, Wärmeansammlungen zu begrenzen. Aerodynamik kann auch zu einem Kriterium für sportlichere Einsätze werden. Der Atom MIPS® vereint geringes Gewicht, Belüftung und MIPS-Technologie® für anspruchsvolle Rennrad- und Gravel-Fahrer.
Urban. Die Kriterien ändern sich grundlegend. Gesucht wird ein komfortabler Helm, der sich mehrmals täglich einfach auf- und absetzen lässt, ohne umständliche Einstellung stabil auf dem Kopf sitzt und bei schlechten Sichtverhältnissen sichtbar ist. Die FIDLOCK®-Schnalle, die sich dank ihres Magnetmechanismus mit einer einzigen Bewegung schließen und öffnen lässt, erfüllt diesen Bedarf direkt. Die Clarke-Modelle setzen auf ein umschließendes Design und den täglichen Einsatz. Das transparente Visier einiger Modelle bietet außerdem Schutz vor Wind und Spritzwasser bei Regen.
Kind. In Frankreich ist der Helm für Kinder unter 12 Jahren Pflicht, unabhängig davon, ob sie fahren oder mitfahren. Bei der Wahl sollten vor allem Größe, Gewicht, Halt und einfache Verstellbarkeit berücksichtigt werden. Der Helm muss an den aktuellen Kopfumfang des Kindes angepasst sein und während der gesamten Fahrt korrekt sitzen. Das Modell Sunny ist ab 18 Monaten für das Laufrad konzipiert. Entdecken Sie das gesamte Sortiment an Kinderhelmen Cairn, um je nach Alter und Einsatz das passende Modell zu finden.
Wie finden Sie die richtige Größe und stellen Ihren Helm ein?
Ein zu großer, zu kleiner oder falsch eingestellter Helm schützt nicht richtig, selbst wenn er zertifiziert und technisch leistungsfähig ist. Die Größe wird mit einem flexiblen Maßband gemessen, das etwa 2 Zentimeter über den Augenbrauen um den breitesten Teil des Schädels gelegt wird.
Die Größen Cairn orientieren sich in der Regel an diesem Richtwert:
- S : 52–55 cm
- M : 55–58 cm
- L : 58–62 cm
Prüfen Sie jedoch die auf jeder Produktseite angegebene Größentabelle, da die Bereiche je nach Modell variieren können.
Das 360° Fit System ermöglicht eine millimetergenaue Anpassung des Sitzes über ein hinten angebrachtes Drehrad. Das Drehrad sorgt für den Sitz um den Kopf, während die Riemen den Helm stabilisieren und ihn sicher in Position halten. Sobald das Drehrad eingestellt ist, sollten die Riemen auf jeder Seite des Ohrs ein V bilden, wobei der Verbindungspunkt direkt unter dem Ohrläppchen liegt. Der Kinnriemen sollte zwischen Riemen und Kinn Platz für ein bis zwei Finger lassen, ohne übermäßiges Spiel.
Ein einfacher Test vor jeder Fahrt: Drücken Sie den Helm mit der Handfläche nach hinten. Kippt er leicht, ist das Drehrad zu locker.
Fazit
Die Wahl des Fahrradhelms lässt sich auf drei Fragen in dieser Reihenfolge zurückführen: In welcher Umgebung fahre ich, welchen Belastungen und Stürzen kann mich mein Einsatzbereich aussetzen, und welche Prioritäten setze ich zwischen geringem Gewicht, Belüftung, Komfort und dem Grad der Abdeckung?
Die CE-Kennzeichnung und die Konformität mit der Norm EN 1078 sind der erste Anhaltspunkt. Konstruktion, Passform, Belüftung, Halt und mögliche zusätzliche Technologien helfen dann dabei, das am besten zu Ihrer Praxis passende Modell zu wählen. Bei Cairn sind die wichtigsten Einsatzbereiche abgedeckt, ohne Kompromisse beim Preis, von 34,99 € bis 169,99 €.
Entdecken Sie das Sortiment ausgehend von Ihrem tatsächlichen Einsatzbereich: MTB-Helme, Stadthelme oder Kinderhelme.